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GLP-Massnahmenkritiker Ronny Siev strebt nach Höherem

Verantwortlicher Autor: Ronaldo Goldberger Zürich, 18.01.2023, 12:58 Uhr
Presse-Ressort von: Ronaldo Goldberger Bericht 2788x gelesen

Zürich [ENA] Wer seine Vorurteile gegenüber dem lieblichen Moloch Zürich mit seiner aufgeladenen Vibration zwischen Arroganz und städtebaulicher Tiefstapelei überwinden möchte, soll sich mal im Stadtrat umschauen. Dort politisiert Ronny Siev seit 6 Jahren für die Grünliberale Partei (GLP), ohne sich das menschliche Antlitz weggerissen zu haben, bloss weil er rundum gefallen möchte.

Nicht allzu oft wird man im Politgestrüpp solcher im grünen Politsumpf herum stapfender Gestalten der Gattung Ronny Sievs ansichtig, die die Natürlichkeit im Umgang mit Menschen jeglicher Couleur wahren, ohne verbrämt eine typische Fratze sich überzustülpen, die nach faulem Zauber aussieht. Reduziert auf die Quintessenz: Mit einer gewissen menschlichen Reife kann man grün durchsetzte Ideologien mit bürgerlichen Ansinnen verquicken, ohne seine Seele deswegen zu riskieren.

Ronny Siev (49) hat sich während der Covid-Massnahmenkrise als Selbstdenker entpuppt – und es hat ihm nicht einmal geschadet. Bereits im Mai 2020 erhob er seine Stimme klar gegen die freiheitsberaubenden Widersprüchlichkeiten der staatstreuen Nomenklatura, die alles ausser gesundem Menschenverstand verfocht. (Sein Statement zugunsten Beibehaltung freiheitlicher Grundrechte ist über nachfolgenden Link abrufbar: https://www.youtube.com/watch?v=oGOCTtlw9Ro ) Nun kandidiert der offenherzige kommunale Politiker für die am 12. Februar stattfindenden Kantonsratswahlen.

Der Spagat zwischen den Bedürfnissen einer massive Zentrumsfunktionen wahrnehmen müssenden „kleinsten Grossstadt“ der Welt, die zu sein Zürich sich einst brüstete, sowie den krassen Anforderungen an ein lebensfähiges, umweltgerechtes Gemeinwesen ist so einfach nicht. Zwischen Traumtänzertum und Visionen klemmen sich prosaische Anfordernisse ein: den Verkehr nicht zum Erliegen kommen zu lassen, Parkplätze trotz geförderten Velowegen nicht zu verschrotten, das städtische Gewerbe lebensfähig zu erhalten, indem auch Alten und Gebrechlichen der Zugang zu ihm gewährleistet ist, darüberhinaus genossenschaftliche Wohnungen mit erschwinglichen Mietpreisen in genügender Menge zu erhalten.

Zudem sollte die schmucke Innenstadt an der Limmat nicht dergestalt gentrifiziert werden, dass bloss reiche Expats dort zu wohnen sich erlauben können, Kultur nicht einzig für die „Mehrbesseren“ des Zürichbergs disponibel gemacht werden, schliesslich Migrantenkinder so ins Schulwesen integriert werden, dass sie nicht in neuralgischen Problemzonen herumhängen etc. Ronny Siev ist sich der Problematik, alle Wünsche unter ein Dach zu bringen, wohl bewusst. Deshalb zieht’s ihn nun in gesetzgeberische Gefilde weiter, wo er – falls er bei den Wählern den Sprung schafft – kraft seines Erfahrungsschatzes im Kantonsrat legiferieren möchte.

Sollte wiederum eine Notsituation auftreten, wie während der politberüchtigten „Pandemie“, dürfte er mutmasslich wiederum ans Rednerpult treten, um sich klar wider die Stromlinienförmigkeit zu äussern. Allerdings müsste er dann – so die Regeln im Hause des Kantonsparlaments – ins hoheitlicher tönende Hochdeutsche wechseln. Doch auch als gehobene GLP-"Zürischnuure" dürfte Ronny Siev sich Gehör verschaffen und die Kurve kriegen – sanft und bedachtsam.

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